Autor: Henning

  • Die 82. Whiskyprobe im Einstein

    Die 82. Whiskyprobe im Einstein

    Vorletzte Woche. am 16. Mai, war es wieder soweit: Es fand wieder eine Whiskyprobe im Einstein in Husum statt. Ich hatte generell ja bereits über die Whiskyproben geschrieben.

    Das Vorgeplänkel

    Diesmal haben wir seit langem mal wieder im Husumer Pub gesessen und ein, zwei Biere getrunken.

    Auf dem Weg zum Einstein gab es dann noch ein Fischbrötchen auf die Hand. Am Husumer Hafen fanden gerade die Piratentage statt – die waren allerdings nicht der Rede wert. Ein kleiner Jahrmarkt mit Buden rund um den Hafen herum.

    Bemerkenswerter war da schon, dass im Hafen ein sehr starkes Hochwasser war. So hoch habe ich den Wasserstand in all den Jahren nicht gesehen.

    Hochwasser im Husumer Hafen

    Die Probe

    Diesmal war unsere Gruppe nicht vollständig anwesend. So hatten wir am Tisch aber mal bequem Platz. Vorweg genommen: Die Auswahl der einzelnen Whiskys war diesmal exzellent! Vier von fünf haben uns allen sehr gut gemundet. Oft ist die Geschmackspalette natürlich nicht so unser Ding.

    Folgende Whiskys wurden ausgeschenkt. Die Preise sind die, aus dem Shop im Einstein an dem Abend.

    DestillerieNameVol.-%AbfüllerPreis
    GlenlivetGroundbreaker40 %Original79 €
    EdradourInaurugal No. 257,1 %Signatory48 €
    AberlourMoscatel Cask57,3 %C & S Dram79 €
    Caol Ila100 °, Oloroso Sherry57,1 %Signatory49 €
    LaphroaigPalo Cortado Sherry Butt58,9 %Williamson99 €

    Die Nummer eins war eher etwas für Einsteiger. Schwach auf der Brust.

    Aber die anderen vier waren echt gut! Und alle in Fassstärke!

    Mir hat der Edradour sehr gut gefallen. Den hätte ich mir fast gekauft. Einer der Preis-Leistungssieger des Abends (48 €).

    Der Laphroaig von Best Dram war der Hammer! Mit fast 59 % Alkoholstärke und in einem seltenen Sherryfass gereift, bot er einen unfassbar intensiven Geschmack mit einer kräftigen Alkoholnote. Dazu noch das typische Torfaroma von Laphroaig – 10 von 10 Punkten!

    Leider mit 100 € für die Flasche kein Schnäppchen. Wir haben uns vom Club entschieden keine zu kaufen. Nun sind sie vergriffen. Schade.

    Das Quiz – Fast gewonnen!

    Nach dem vierten Whisky gibt es immer das Quiz, welches Bezug auf die Erläuterungen des Abends nimmt. Wer gut aufpasst, kann eine Flasche Whisky gewinnen.

    Ich fand die Fragen diesmal relativ einfach. Und so war ich mir auch ziemlich sicher eine gute Punktzahl zu erzielen.

    Noch größer war allerdings die Überraschung, als mein Name unter vier richtigen Lösungszetteln war!

    Große Aufregung am bei uns am Tisch. Aber leider war der nahe Sieg dann doch nicht meiner. In der Stichfrage mussten wir innerhalb von 10 Sekunden beantworten, wie lange man im Club der Whisky-Profis Keepers of the Quaich gewesen sein muss, um zum Master of the Quaich ernannt zu werden. Mein Tipp mit 12 war dann zwar sehr nah an der richtigen Antwort: 10. Aber halt nicht nah genug. Schade.

    Das Bild mit dem Quiz-Zettel muss leider noch warten. Es folgen noch zwei Proben mit dem aktuellen Zettel. 🙂

    Zum Abschluss gab es für mich wieder Schnitzel. Aber diesmal nicht die Holstein-Variante, sondern ein Jägerschnitzel.

    Bis zum nächsten Mal!

    Jägerschnitzel mit Kroketten und Salat
  • Auf der Schanze

    Auf der Schanze

    Nach dem Besuch von Planten un Bloomen wollte ich letztens eigentlich noch einen kleinen Nudelladen ganz in der Nähe der Messe besuchen. Leider wurde die Zeit dann aber doch zu knapp.

    Wieder mal der Beweis dafür, dass man überall kleine und interessante Details zum fotografieren finden kann.

  • Café Seepavillion in Planten un Bloomen

    Café Seepavillion in Planten un Bloomen

    Im Zuge meines Besuches von Planten un Bloomen habe ich auch kurz am Café Seepavillion Pause gemacht. Dort saß ich gemütlich unter einem Baum im Schatten und habe einen Cappuccino getrunken und ein Stück Kuchen essen. Bei bestem Hamburger Wetter.

    Der Cappuccino war ok, der Apfelkuchen war leider ziemlich hart. Aber in Kombination ging es. Der Ausblick und das Ambiente machen das wieder wett. Preislich voll ok (10,30 € für alles).

    Bewertung

    Ambiente:

    Service / Freundlichkeit:

    Geschmack:

    Preis / Leistung:

    Gesamtwertung:

  • Planten un Blomen

    Planten un Blomen

    Schon sehr lange wollte ich mal zu Planten un Blomen. Bisher habe ich es aber nicht geschafft. Immer war etwas anderes wichtiger. Und über den Winter wollte ich da natürlich nicht hin. Ich möchte ja alles grün und blühend sehen!

    Vergangene Woche war dann der perfekte Tag. Sonne satt und frühsommerliche Temperaturen. Herrlich.

    Ich habe in der knappen Zeit allerdings nur den nördlichen Teil der Anlage geschafft.

    Und leider blühte natürlich noch nicht alles. Der Rosengarten braucht noch Zeit.

    Kleiner Tipp: Die Toilette am Tropengarten beim Ausgang unter dem Fernsehturm ist nagelneu und picobello sauber (70 cent).

  • La Paninoteca – Hamburg

    La Paninoteca – Hamburg

    Auf einem meiner kleinen Abstecher in die Hamburger Innenstadt war ich schon zwei Mal Gast in La Paninoteca – Italienisches Café & Bistro an der Hamburger Binnenalster. Es liegt direkt hinter der Europapassage am Ausgang Jungfernstieg von U- und S-Bahn. Ich wünschte es wäre ein Geheimtipp. Aber aufgrund der Lage ist es das sicher nicht.

    Nichtsdestotrotz ist es ein tolles Café und Bistro. Und es wirkt authentisch italienisch. Das liegt sicherlich daran, dass es von einer italienischen Familie geführt wird und dass andere (Exil-) Italiener hier auch sehr gerne herkommen. Darauf lassen die lebhaften italienischen Gesprächsfetzen zwischen Personal und Gäst:innen oder auch zwischen Gäst:innen schließen.

    Bei meinem ersten Besuch habe ich mir ein Crostoni Parma, ein Cornetto Pistacchio und einen Cappuccino Pistacchio bestellt. Beides ein Traum für Menschen, die Pistazien mögen: An der Cappuccino-Tasse war ein Rand aus gemahlenen Pistazien und am Tassengrund Pistaziencrème. Letzteres war mir leider erst beim Austrinken aufgefallen…

    Und im Cornetto war auch reichlich Pistatziencrème. Fast schon etwas zuviel Créme.

    Das Crostoni war ein dick geschnittenes Sauerteigbrot mit Parmaschinken, Mozzarella, Pesto und Rucola belegt. Krachend knusprig mit intensivem Belag. Einfach lecker!

    Fazit

    Wer einmal eine Auszeit von Deutschland nehmen und mit Geist und Gaumen nach Italien reisen möchte, der muss zur La Paninoteca gehen!

    Das Ambiente ist eher modern, mit blankem Stahlbeton an Wänden und Decken. Aber Speisen und Getränke sind wie in Bella Italia. Da kann man sich auch mal das, vielleicht nicht so schöne, Hamburger Wetter wegträumen, während man an seinem Cappuccino nippt.

    Preislich war es kein Schnäppchen aber in Ordnung. Das Crostoni (11,50 €), das Cornetto (2,40 €) und der Cappuccino Pistacchio (6,50 €) ergaben zusammen eine Rechnung von 20,80 €.

    Adresse

    La Paninoteca | Italienisches Café & Bistro

    Alstertor 21

    20095 Hamburg

    la-paninoteca.com

    Instagram

    Bewertung

    Ambiente:

    Service / Freundlichkeit:

    Geschmack:

    Preis / Leistung:

    Gesamtwertung:

    PS

    Direkt gegenüber von La Paninoteca liegt übrigens das wunderbare Geschäft Dr. Goetze Land & Karte. Dort bekommt man alles über die ganze Welt: Landkarten, Atlanten, Reiseführer und Reiseliteratur.

  • Wie ich zum Kaffee kam

    Wie ich zum Kaffee kam

    Kaffee und ich. Das war eine lange und schwierige Kennenlernphase.

    Fast 40 Jahre meines Lebens konnte ich Kaffee einfach nichts abgewinnen. Kaffee war für mich einfach nur eine bittere, dünne, heiße, langweilige Flüssigkeit. Die verschiedenen Zubereitungsarten von Kaffee waren mir irgendwie supekt: Espresso, Latte Macchiato, Cappuccino, Americano, Café Latte und so weiter.

    Ich habe mehrfach versucht mich an Kaffee zu gewöhnen und bei manchen Gelegenheiten mal einen Versuch mit 50 % Milch, 50 % Kaffee und 40 % Zucker (ja ich weiß, das sind mehr als 100 %) gestartet. Geschmeckt hat es mir trotzdem nicht wirklich.

    French Press mit Kaffee

    Ich hatte mir dann für zuhause mal eine günstige French Press gekauft und damit experimentiert. Das war geschmacklich aber auch nicht viel besser als Filterkaffee.

    Danach bekam ich eine Dolce Gusto Maschine geschenkt und habe da etliche Kapseln verbraucht. Aber auf Dauer war mir das einfach viel zu viel Müll und zu teuer. Und geschmacklich nur süß und mit künstlichem Aroma.

    Das hat sich lange nicht geändert, bis ich vor ein paar Jahren dann mal einen Latte Macchiato probiert habe. Das ist ja fast nur heiße Milch mit einem Schuss Espresso. Mit etwas Zucker ging das ganz gut. Das war eine Weile mein Getränk. Später auch mal ein Cappuccino.

    So richtig auf den Geschmack gekommen bin ich dann im Urlaub in Italien 2024. Dort habe ich mehrere Cappuccini getrunken und sogar meinen ersten Espresso probiert! Der Espresso schmeckte, wider erwarten, wie ein Schluck Zartbitterschokolade. Wow!

    Frühstück mit Espresso im Italienurlaub 2024
    Frühstück mit Espresso im Italienurlaub 2024

    Seitdem ist mein Traum, mal eine eigene Siebträgermaschine zu besitzen und vielleicht selber mal einen solchen Espresso herzustellen zu können.

    Im Urlaub bestand Katharina dann darauf eine Bialetti Mokka-Maschine zu kaufen. Und seitdem braue ich regelmäßig einen Kaffee für uns damit. Wobei der Kaffee schon sehr stark ist und nichts mit einem Espresso zu tun hat.

    Bei unseren regelmäßigen Terminen in Hamburg vertreibe ich mir die Wartezeit meistens in Cafés und besuche immer mal wieder neue. Über die Zeit habe ich schon einige sehr nette gefunden. Unter anderem das La Paninoteca nahe der Alster, das Morgenstund nahe der Mundsburg (inzwischen mein Stamm-Café) oder das Klein und Kaiserlich in der HafenCity. Alle machen einen sehr guten Cappuccino!

    Cappuccino mit Pistaziencrème und Pistazienrand, La Paninoteca

    Ich bin gespannt wohin mich meine Reise durch das Kaffee-Universum noch führt.

  • Die Wärmflasche – Akt 5

    Die Wärmflasche – Akt 5

    Der dritte Teil zum Unfall mit der Wärmflasche. Hier sind Teil 1 (Akt 1 bis 3) und Teil 2 (Akt 4).

    *Gekennzeichnete Namen sind geändert.


    Nach unserem Telefonat am Morgen rufe ich für Katharina bei der Arbeit an und melde sie krank. Außerdem bekomme ich eine lange Liste an Dingen, die ich noch packen muss für den Krankenhausaufenthalt: Klamotten, Ladegerät und Kabel für das Handy, etwas zu lesen und so weiter. Passenderweise habe ich an diesem Montag einen freien Tag und kann mich nach dem Mittag direkt auf den Weg nach Lübeck machen.


    Parkplatz-Tipp

    Am UKSH angekommen mache ich erneut den Fehler, auf dem normalen Parkplatz zu parken. Da kostet die Stunde 5 €! Viel günstiger ist es im Parkhaus an der Ratzeburger Allee mit 2 € pro Stunde.


    Krankenbesuch

    UKSH Lübeck Nebeneingang

    Über den Eingang durch den Altbau muss ich wegen Bauarbeiten dann mit dem Aufzug zwei Etagen hoch und dann wieder runter bis ich im Neubau lande. Dort geht es bis in den fünften Stock auf die Verbrennungsstation / Plastische Chirurgie.

    Das Zimmer ist neu, hell und modern ausgestattet. So alt ist das Gebäude ja auch noch nicht. Bisher liegt sie alleine im Zimmer. Der Blick geht zum Innenhof hinaus mit Blick auf den Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach zwei Etagen höher.

    Krankenzimmer
    Krankenzimmer mit Aussicht

    Es gibt zwar noch die klassische (Notfall) Klingel, aber optimalerweise kann die Patient:in alles über den Touchscreen am Bett steuern. Das hat natürlich den großen Vorteil, dass die Pflegekräfte gleich sehen, worum es geht und so besser abwägen können, wie dringend das Anliegen ist. Das System läuft übrigens im Browser.

    Körperlich geht es ihr den Umständen angemessen, nach dem Stress und wenig bis kein Schlaf. Immerhin gab es schon Frühstück, die Schmerzen sind aushaltbar und das Personal ist freundlich.

    Wie lange sie noch bleiben muss ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Und ob sie eventuell noch Haut transplantiert bekommen muss auch nicht.

    Nach ein paar Stunden Besuchszeit mache ich mich dann wieder auf den Heimweg.

    Eingangshalle des UKSH Lübeck
    Eingangshalle des UKSH Lübeck
  • Die Wärmflasche – Akt 4

    Die Wärmflasche – Akt 4

    Der zweite Teil zum Unfall mit der Wärmflasche. Hier ist Teil 1.


    *Gekennzeichnete Namen sind geändert.

    Es ist Montag Mittag, als Katharina mich erneut anruft. Sie ist inzwischen auf einer Station im fünften Stock gelandet und liegt, erfreulicherweise, alleine in einem modernen Zimmer auf der plastischen Chirurgie mit Blick auf den Innenhof und den Hubschrauberlandeplatz.

    Die Schmerzen sind immerhin kein Problem mehr und sie fühlt sich gut betreut. Die Ankunft in der Notaufnahme frühmorgens war aber alles andere als freundlich…

    Ankunft in der Notaufnahme

    Nach der Erstversorgung wurde sie mit dem selben Rettungswagen nach Lübeck verlegt, mit dem sie auch in die Notaufnahme der Diako Flensburg gefahren wurde. Das hatte sie sich auch gewünscht, denn die Kollegin hatte sie bei der Fahrt so lieb betreut.

    Die Strecke nach Lübeck ist leider so lang wie sie ist, knapp zwei Stunden dauert die Fahrt. Währenddessen unterhält sie sich aber angeregt und ausführlich mit der Kollegin Teresa*. Da kann der fahrende Kollege Franjo* beim Blick in den Rückspiegel nur den Kopf schütteln „wie man denn so viel quatschen kann“. Franjo ist eher der schweigsame Typ.

    Um kurz nach zwei Uhr nachts kommen sie in der Notaufnahme des UKSH in Lübeck an. Jetzt beginnt der einzige, schlechte Teil der gesamten Wärmflaschen-Geschichte.

    In der INA (Interdisziplinären Notaufnahme) werden sie und die Besatzung vom Rettungswagen erstmal mit den Worten begrüßt: „Warum seid ihr denn hier? Kann die Diako sowas nicht selber?“

    Sowas will man als Patientin oder Rettungsdienst natürlich hören. Erst recht nicht Montagnacht um zwei Uhr. Das vermittelt sofort kein professionelles Gefühl. Es ist ja auch nicht so, dass man einfach nach Lübeck gefahren ist. Vorher wurden digitale Bilder gemacht, an die Verbrennungsstation geschickt und natürlich auch telefonisch Rücksprache gehalten, ob das denn notwendig wäre. Und Lübeck hat dies bejaht. Man schätzt, dass fünf bis sechs Prozent der Körperoberfläche von Verbrühungen des Grades 2a betroffen sind. Und da auch der Hals betroffen ist, könnte es bei Schwellungen auch die Atmung betreffen. Sicherheit geht vor.

    Ein übelgelaunter Arzt

    Nun ist sie also da und der Rettungsdienst verabschiedet sich. Katharina wird erstmal in einen warmen Raum geschoben und liegt dort ganz alleine. Kein Handyempfang (nur über das Gäste-WLAN Telefonie und Daten möglich), der Akku ist bald alle, keine Klingel am Bett und keiner kümmert sich um sie.

    Um kurz nach vier kommt dann endlich ein Chirurg von der Verbrennungsstation zu ihr.

    Dr. Bamse* ist maximal schlecht gelaunt und sieht aus, als ob er vier Tage durchgearbeitet hat. Nach einer Begutachtung der Wunde erklärt er, dass die abgelöste Haut abgetragen werden muss. Das geschieht durch einfaches Abreiben mit einer Binde. Er könne ihr dafür auch ein Schmerzmittel geben aber „da müsste ich die Anästhesie dazu holen, dazu habe ich eigentlich keine Lust weil das dauert. Schaffen Sie das auch so?“

    Das Abreiben muss die Hölle sein. Von der verbrühten Haut rubbelt er die losen Fetzen herunter. Dr. Bamse* zählt immer wieder von fünf auf eins herunter und macht dann Pause. Aber irgendwann hat sie es geschafft.

    Auf die schlimmsten Stellen wird künstliche Haut aufgetragen. Das schützt die Wunde, verwächst mit ihr und kann nach und nach abgeschnitten und irgendwann gelöst werden. Danach wird alles verbunden. Das ist aufgrund der betroffenen Stellen an Nacken, Hals, Schulter und Oberarm nicht so einfach. Der Arzt macht es aber maximal schlecht. Das sagen später auch alle anderen Beteiligten der Pflege und ärztliche Kolleg:innen.

    Nach dieser Tortur wird sie dann irgendwann auf die Station gebracht und kann sich dort erstmal erholen.


    Beitragsbild: Erzeugt mit ChatGPT. Zeigt die Rettungsdienstbesatzung und Katharina im Rettungswagen. Mit dem Bild hat sie sich später auch beim Rettungsdienst für die gute Betreuung bedankt.

  • Die Wärmflasche – Akt 1 bis 3

    Die Wärmflasche – Akt 1 bis 3

    1. Akt – Zuhause

    Sonntagabend. Kurz vor halb Elf. Ich bin im Bad. Sie in der Küche. Die Wärmflasche füllen. Plötzlich ein furchtbarer Schrei. Panik. Sie schreit: „Die Wärmflasche ist geplatzt!“ Ich renne in die Küche. Ziehe sie ins Bad. Über die Badewanne. Bekleidung aus. Brause an. Kühlen. Nur gerade handwarm. Nacken, Schulter und Oberarm sind knallrot wie nach einem Tag am Strand. Am Hals sind schon Blasen. Weiter Kühlen. Kühlen. Kühlen. Kühlen. Eigentlich soll man ja nur kurz kühlen. Aber sie hält es ohne nicht aus. Es muss schrecklich sein. Selber fahren? Sie sagt nein. Es geht nicht. Ich wähle den Notruf. Name und Adresse sind ja bekannt. Was ist passiert? Wieviel Fläche ist betroffen? Notarzt? Nein. Danke. Das Gespräch dauert 45 Sekunden. Wieder ins Bad. Weiter kühlen. Schnell noch eine andere Hose anziehen. Ich gehe raus an die Straße. Der Rettungswagen muss gleich da sein. Die Hausnummer ist schwer zu finden. Dann sehe ich Blaulicht. Ich winke wild. Sie suchen. Sie sehen mich erst nicht. Aber dann. Die Hilfe ist da. Wir gehen rein. Kurze Schilderung. Krankenkassenkarte. Ein paar nasse Handtücher. Ab in den Rettungswagen und los mit Blaulicht. Bis gleich.

    2. Akt – Notaufnahme

    Ich packe die Handtasche mit den wichtigsten Dingen. Betrachtet kurz das Chaos in Küche und Bad. in Beiden Räumen ist eigentlich nur Wasser auf dem Boden. Auf den ersten Blick scheint nichts passiert. Ich packe eine weitere Tüte mit ein paar Sachen: Zahnbürste, Medikamente, Handyladekabel, Powerbank, T-Shirt, Jogginghose. Nur für den Fall der Fälle. Ich habe so ein Gefühl. Dann fahre ich in die Notaufnahme. Sie sitzt im Schockraum. Weint. Leidet sehr. Zwei Pflegerinnen kümmern sich. Der Zugang liegt. Eine Infusion läuft. Sie hat starke Schmerzen. Novalgin wirkt bei ihr nicht. Irgendwann geben sie ihr endlich etwas stärkeres. Das Mittel (Dipidolor) wirkt. Sie wird ruhiger. Der Schmerz wird weniger.

    Sie tragen Brandgel auf. Verbinden die Stellen. Es ist kompliziert zu verbinden. Es werden Fotos gemacht. Man nimmt Kontakt mit dem Verbrennungszentrum in Lübeck auf. Sie schätzen 6 Prozent sind betroffen. Verbrühung Grad 2a. Vielleicht auch 2b. Wir reden. Dann kommt der Arzt wieder: Sie wird nach Lübeck verlegt. Der Rettungswagen ist auf dem Weg. Ich muss mich beeilen. Schnell nachhause, noch wichtige Dinge holen. Ins Auto. Die Stadt ist frei. Zuhause die Liste abgehakt und schnell zurück. Nach 20 Minuten bin ich wieder da. Rechtzeitig. Nach mir kommt der Rettungsdienst an. Es ist die selbe Besatzung. Auf die Trage. Zudecken. Es ist kalt draußen. Dann in den Rettungswagen. Küsschen. Alles gute. Bis nachher. Sie fahren los.

    3. Akt – Universitätsklinikum

    Es ist kurz nach halb eins. Erstmal nachhause. Ein bisschen aufräumen. Versuchen runterzukommen. Bettfertig machen. Gedanken kreisen. Wecker auf acht Uhr gestellt. Schlafen geht erstmal nicht. Schreibe noch mit der Kollegin in der Leitstelle. Es ist kurz nach zwei Uhr. Der Rettungswagen ist schon in Lübeck. Irgendwann schlafe ich dann doch ein.

    Das Telefon klingelt um kurz vor acht. Sie ist es. Sie ist in Lübeck. In der Notaufnahme. Alleine. In einem Raum. Schmerzen sind ok. Keiner kümmert sich. Kein Handy-Empfang. Nur Whats-App geht über WLAN. Wir sprechen kurz. Ich rufe für sie bei der Arbeit an. Dann wird sie abgeholt.

  • Café Bakeliet – Kiel

    Café Bakeliet – Kiel

    Ganz in der Nähe des Exers in Kiel liegt das Café Bakeliet. Wie immer bin ich durch Google Maps darauf aufmerksam geworden. Der Name Bakeliet lehnt sich an die Bezeichnung für den schwarzen Kunststoff Bakelit vom Anfang des 20. Jahrhunderts ab, aus dem damals Lichtschalter und Telefone hergestellt wurden.

    Das Café

    Cafe Bakeliet von außen
    Cafe Bakeliet von außen

    Das Café liegt an der Ecke eines rot geklinkerten Wohnblocks. Bereits an der Fassade machen mehrere weihnachtlich geschmückte Kaffeesäcke auf das Café aufmerksam und zeigen an, dass hier Kaffee geröstet wird.

    Die Auslage sieht schon durch das Schaufenster sehr lecker aus. Glänzende Zimt- und Nougatschnecken fallen mir sofort ins Auge. Das verschnörkelte Logo der Hofbäckerei Bornhorst weist auf die Herkunft der Backwaren hin.

    Innen begrüßt mich gleich eine Kaffee-Röstmaschine. Am Tresen bestelle ich einen großen Cappuccino, eine Nuss-Nougat-Schnecke, ein Sprudelwasser und setze mich, im etwas höher gelegenen Gastraum, an einen kleinen Tisch für zwei Personen.

    Das Ambiente

    Das Ambiente versetzt mich gleich 90 Jahre zurück: Die Wände sind beige, alt und abgewetzt, an diversen Stellen ist der Putz abgebröckelt und das Mauerwerk ist zu sehen, offenliegende Holzbalken stützen die Decke, dicke, schwarze Stromkabel laufen auf den Wänden und Decken zu schwarzen Drehschaltern und die Tür zur Toilette ist eine stählerne Bunkertür mit Doppelriegel. Passend dazu ist das Mobiliar aus alten, einfachen Tischen und Stühlen.

    Alles wirkt sehr überzeugend wie aus den 1920ern. Aber eine stählerne Bunkertür, Holzbalken, Mauerwerk und die Elektroinstallation passen eigentlich absolut nicht zum Baujahr des Hauses. Aber erst jetzt, bei dem Lesen eines anderen Berichtes, wird bestätigt, dass es wirklich nur eine sehr gut gemachte Imitation der damaligen Zeit ist. Äußerst gelungen, wie ich finde. Laut Internetseite soll für die Zeit des Besuches auch „die Zeit stehen bleiben.“

    Man widmet sich hier im Café Bakeliet voll dem Thema Kaffee. Er wird hier vor Ort geröstet, es stehen dutzende Metalleimer mit unterschiedlichen Kaffeesorten an der Wand und man kann auch gleich Kaffeemaschinen, von der Aeropress bis zur Siebträgermaschine, und Zubehör kaufen.

    Cappucciono, Gebäck und Wasser
    Cappucciono, Gebäck und Wasser

    Der Kaffee ist sehr gut, auch wenn man ihn mir versehentlich mit Hafermilch anstatt Kuhmilch gemacht hat. Die Nuss-Nougat-Schnecke ist ok aber könnte irgendwie cremiger sein.

    Alles in allem habe ich mich im Café Baekliet sehr wohlgefühlt und würde jederzeit wiederkommen. Für meinen Verzehr habe ich moderate 11,30 € bezahlt.

    Bewertung

    Ambiente:

    Service / Freundlichkeit:

    Geschmack:

    Preis / Leistung:

    Gesamtwertung: