Frühstück im „One Society“

Der zweite Tag beginnt für uns drei um kurz nach Acht. Wir haben uns nämlich dazu verabredet um Neun den neuen Tag zu beginnen. Das Wetter sieht heute morgen schonmal sehr gut aus. So kann es bleiben. Es wird auch deutlich besser und trockener als gestern werden.
Zum Frühstück haben wir es nicht weit. Direkt gegenüber von unserer Ferienwohnung befindet sich das Cafè und Restaurant One Society (externer Link).



Dort bestellen wir uns alle ein kaffehaltiges Getränk und das „Mini Irish Breakfast.“ Swantje ergänzt ihres noch um die „Roasties“, also geröstete Kartoffelecken, und tauscht Chorizzo mit Black Pudding.
Ich liebe ja ab und zu so ein herzhaftes Frühstück. Egal, ob es Full English, Full Scottish oder Full Irish Breakfast heißt. Einmal im Urlaub muss das sein. Es gibt Energie für den halben Tag und schmeckt immer super!
Lediglich die roten, mexikanisch und pikant gewürzten, Bohnen in Tomatensoße treffen hier meinen Geschmack nicht so ganz.
Frisch gestärkt machen wir uns anschließend zu Fuß auf in Richtung Liffey, um dort wieder in den roten Doppeldecker zu steigen und das letzte Drittel der Stadtrundfahrt zu vollenden, die wir gestern nicht komplett genutzt hatten. Unsere Tickets gelten nämlich für 24 Stunden.




Grafton Street

Wir steigen am Irish Whiskey Museum aus, schlendern nochmal bei der Statue von Molly Malone (externer Link) vorbei und dann in die Haupteinkaufsstraße Dublins: Die Grafton Street (externer Link).

Vorher machen wir einen kurzen Abstecher in das Avoca (externer Link) in der Suffolk Street (externer Link). Der Laden spricht mich mit seinem bunten Schaufenster irgendwie an und bietet eine wilde und bunte Mischung von Alltags- und Haushaltsgegenständen, Bekleidung, Dekoration, Geschenken, Körperpflegeprodukten und vieles mehr. Ich stimme dem Kommentator auf Google Maps (externer Link) zu: „Cool place to dive in and get lost into!“
Wir bummeln dann durch die Grafton Street einmal bis zum Saint Stephen’s Green Park (externer Link) und biegen zweimal links ab. In der, parallel zur Grafton Street gelegenen, Dawson Street motivieren mich meine Begleiter:innen, doch kurz bei Celtic Whiskey Shop & Wines on the Green (externer Link) reinzuschauen. Irgendwie würde es doch passen, hier einen Whiskey für Daheim zu kaufen.
Glücklicherweise bietet der Laden sehr viele Miniaturflaschen mit Gin, Whiskey und Whiskey an. Ich kaufe drei Mal 5 cl für 10 € pro Stück.

Anschließen machen wir einen Snack Stop bei Il Fornaio Cafe (externer Link). Das kleine Café bietet italienischen Cafe und Backwaren und wird von Italienern betrieben. Sehr lecker!
Trinity College
Nach der kurzen Pause gehen wir kurz durch die Molesworth Street (externer Link) bis zum Leinster House, (externer Link) dem Sitz des irischen Parlaments. Daneben befinden sich die National Library of Ireland (externer Link) und das National Museum at Kildare Street (externer Link).

Von dort sind es nur noch wenige Meter bis zum Trinity College. (externer Link) Diese weltberühmte Universität ist auch Heimat der alten Bibiliothek, in der auch das Book of Kells (externer Link) ausgestellt wird. Es wurde im 9. Jahrhundert von Mönchen hergestellt und enthält die vier Evangelien der Bibel.
Zum Glück haben wir mitbekommen, dass die Bücher gerade zur Restaurierung sind und die Bibliothek deshalb gerade leer ist. Für eine leere Bibliothek wollen wir aber keine 19 € Eintritt aufwärts zahlen (externer Link) und so schauen wir uns die alten, grauen Gebäude nur von außen an. Das kostet nichts.





George’s Street Arcade
Vom Trinity College machen wir uns schon mal grob auf den Weg in Richtung Westen zur Guinness-Brauerei. Dort haben wir um 16 Uhr einen Besuch des Besucherzentrums im Guinness Storehouse (externer Link) geplant.
Bis dahin sind es vom Trinity College etwa 2,5 km zu Fuß. Da es erst kurz vor eins ist, haben wir also noch reichlich Zeit. Über ein paar Nebenstraßen landen wir irgendwann vor der George’s Street Arcade (externer Link).


Es ist eine Markthalle aus viktorianischer Zeit, die 1881 eröffnet wurde. Heute befinden sich in der rot verklinkerten Markthalle, deren Eingangsbereich von drei großen Bögen geprägt ist, viele kleine Läden. Das den Innenhof überspannende Dach wird innen von filigran wirkenden, roten Metallstreben gehalten.
Durch die Halle gelangt man nur durch zwei schmale Gänge links und rechts an den Seiten. Auch in der Mitte befinden sich Geschäfte. Über 30 kleine Geschäfte gibt es hier. Vom Café über Schmuck, Süßigkeiten, Kleidung und Pizza bis hin zu Geschenkartikeln reicht das Angebot.
Mir hat es besonders ein Laden mit humorvollen Karten und sonstigen Geschenkartikeln angetan.



Nachdem wir die Markthalle einmal umlaufen haben gehen wir weiter in Richtung Guinness. Dabei kommen wir durch ein Stadtviertel mit Namen Liberties. Dort gibt es viele kleine Läden, die heute zwar größtenteils geschlossen sind, aber wir können uns gut vorstellen, dass in der Woche hier viel Trubel herrscht.
Zur Stärkung setzen wir uns noch ins The Art of Coffee (externer Link) auf eine Kleinigkeit.
Guinness Storehouse
Schließlich kommt das Guinness Storehouse (externer Link) in Sicht. Es ist ein gewaltiges Lagerhaus mit einer Grundfläche von 50 mal 50 Metern und 8 Etagen. Mit dem, fast genauso großen Lagerhaus gegenüber wird die Straße dazwischen sogar deutlich verdunkelt.



Das Gebäude 1902 wurde ursprünglich als Gärhaus für Bier errichtet und Anfang der 2000er Jahre zum Besucherzentrum rund um das weltbekannte malzig-bittere Bier umgebaut. Seitdem strömen täglich tausende Besucher:innen hinein. Von 2000 bis 2024 haben wohl rund 25 Millionen Menschen (externer Link) das Spekatkel besucht.
Auf insgesamt sieben Etagen werden die Geschichte der Brauerei und die Herstellung des Bieres sehr selbstbewusst (eigentlich schon etwas drüber) und für alle Sinne wahrnehmbar präsentiert.

Noch im Erdgeschoss werden wir gruppenweise in einen weißen Raum geführt und dürfen an drei Säulen die Aromen inhalieren. Dann bekommt jeder ein Miniaturglas Guinness. Nachdem wir das im nächsten Raum ausgetrunken haben, fahren wir mit der Rolltreppe hoch und bekommen dort den, unter Glas im Boden eingelassenen, Mietvertrag für das Gelände der Guinness-Brauerei, mitten im Herzen der Stadt, gezeigt. Mietdauer: 9.000 Jahre. Pfiffiger Kerl der Arthur Guinness.
Dann folgen wir dem Weg des Bieres: Kornfeld, Wasser, Mälzen, Maischen, Fermentieren. Es gibt es Bilder-Kunst aus Wassertropfen, ein (echtes?) Kornfeld, einen riesigen Shop, alte Teile der Brauerei, eine Ausstellung über Werbemittel und vieles, vieles mehr…



Als Besonderheit haben die Architekten die Etagen so zwischen die alten Stahlträger eingebaut, dass der Leerraum in der Mitte des Gebäudes die Form eines Guinness-Glases ergibt. Das erkennt man aber nur andeutungsweise auf dem Übersichtsplan.


Da wir die Stoutie Tour gebucht habe, haben wir vor der Gravity-Bar noch einen Programmpunkt mehr: Wir dürfen unser Gesicht auf ein Guinness drucken lassen!
Dazu macht eine Mitarbeiterin mit einem iPad ein Foto von uns dreien, welches dann auf einen speziellen Drucker übertragen wird. Dann stellen wir jeweils unser Pint Bier darunter, wählen unser Foto aus und dieses wird auf den Schaum gedruckt. Genial!



Nachdem wir unser bedrucktes Pint gemütlich ausgetrunken haben, gehen wir ganz nach oben in die Gravity Bar. (externer Link)
Die Konstruktion der Bar besteht aus drei unterschiedlich großen, runden Gebäuden, die ineinander verschmolzen wirken und auf das Dach des alten Lagerhauses gebaut wurden. Dort können wir uns ein weiteres Getränk unserer Wahl aussuchen. Ich wähle diesmal ein Hop House 13 (externer Link). Ein goldgelbes, prickelndes, hopfiges Lagerbier.
Da die Wände der Gravity Bar nur aus Glas bestehen, können wir einmal rundherum gehen und in 46 m Höhe den rundherum ungestörten Blick über Dublin und Umgebung bis zu den Wicklow Moutains (externer Link) genießen.



Ausklang im Pub „The Celt“
Nachdem wir noch uns in der Ferienwohnung noch kurz frisch gemacht haben gehen wir den kurzen Weg zum Pub The Celt (externer Link), welcher nur 500 m die Straße hinunter (externer Link) ist.
Von außen sieht es aus wie ein normaler Pub. Von innen entpuppt es sich aber als unerwartet geräumig. Wie ein magischer Raum aus den Harry Potter Filmen.
Swantje hat uns einen Tisch reserviert, denn der Pub wurde ihr, auch wegen der Live-Musik empfohlen. Wir werden hinten im Mittelteil platziert. Hinter unserem Bereich liegt noch eine Bar, zusätzlich zu der vorne am Eingangsbereich. Im Prinzip ist es noch ein eigener Pub mit anderer Musik und Sportfernsehen. Ich schätze ich die Anzahl der Plätze im gesamten Pub auf bestimmt 200. Das hat wohl keiner von uns erwartet.


Trotz der Größe, oder wohl eher gerade deswegen, ist das Personal extrem auf Zack. Nachdem wir sitzen kommt schon die erste Bedienung und nimmt unsere Getränkewünsche auf. Und nach ein paar weiteren Minuten werden sie auch schon geliefert.
Währenddessen können wir sehen, wie rasend schnell die anderen Gäste ihr Essen und ihre Getränke gebracht bekommen. Da steckt eine beeindruckende Organisation in Küche und Service hinter.


Als Vorspeise bestellen wir uns einen Teller mit Zwiebelringen, Chicken Nuggets, Pommes und Würstchen zum Teilen. Ich merke schon, irgendwas schmeckt mir daran nicht so. Könnte es das Fett sein? Naja. Erstmal Abwarten.
Zum Hauptgang bestellen Matze und ich uns Fish & Chips und Swantje etwas anderes. Schon während des Essens merke ich, wie mir mein Körper signalisiert: „Nein. Iss lieber nichts mehr davon!“ Trotzdem esse ich etwa die halbe Portion auf. Erstens habe ich Hunger und zweitens ist es ja bezahlt…
Um 21 Uhr beginnt dann endlich die Live-Musik. Leider kommt sie viel zu laut bei uns an. Man kann sich schlicht nicht mehr unterhalten. Dazu kommt noch die zweite Live-Musik eines anderen Musikers aus der Sportsbar. Da andere Gäste die Tür zur Sportsbar wegen des Ganges zur Toilette dauernd auflassen, ist es einfach nur ein lauter Mischmasch von Musik. Einfach nicht auszuhalten. Da wir eh kaputt vom Tag sind, geben wir auf und verlassen den Pub um kurz nach 21 Uhr.
In der Nacht wälze ich mich durchgehend von links nach rechts und habe Magen- und Darmschmerzen. Zum Glück nichts schlimmeres. Aber auch Matze berichtet am nächsten Morgen von deutlichem Unwohlsein. Es war wohl wirklich das (alte) Fett aus der Fritteuse…
Notiz an mich: Hör auf deinen Körper! Der weiß schon was dir gut tut!


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